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VERBANDSVERSAMMLUNG 2026 - Wasserbeschaffungsverband Büchlberg - Wasser ist Leben

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VERBANDSVERSAMMLUNG 2026

  

Wasser ist Leben:  Warum Büchlbergs Wasserversorger heute Millionen investieren

Von Helga Wiedenbein
Büchlberg  Wasser aus dem Hahn, rund um die Uhr verfügbar, gehört hierzulande zum Alltag. Dass dahinter ein Millionenaufwand, modernste Technik und mehr als ein Jahrhundert Geschichte stehen, wurde bei der Verbandsversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes Büchlberg mit Neuwahlen deutlich. Vorsitzender Josef Garhammer berichtete über Investitionen, steigende Kosten und sinkende Grundwasserstände, Bürgermeister Josef Hasenöhrl erinnerte an die Pioniere, die einst den Grundstein für die unabhängige Wasserversorgung legten.
   
„Wasser ist Leben“, stellte Garhammer an den Beginn seines Berichts. Mit zahlreichen Bildern verdeutlichte er den Mitgliedern den Weg des Büchlberger Trinkwassers: Von den Tiefbrunnen bei Gummering gelangt es über die Aufbereitungsanlage und die Hochbehälter im Bergholz in das rund 35 Kilometer lange Leitungsnetz, das etwa 5000 Menschen in Büchlberg und Straßkirchen versorgt. Jährlich werden dabei rund 300.000 Kubikmeter Wasser aus den Brunnen gefördert. Was für die Verbraucher selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis eines technisch aufwendigen Systems aus Brunnen, Pumpen, Aufbereitung und Speicheranlagen.
Dass hinter dieser Versorgung ein enormer Aufwand steckt, machte der Vorsitzende auch anhand der Zahlen deutlich. Allein die Pumpen verursachen mittlerweile Stromkosten von rund 90.000 Euro jährlich bei einem vergleichsweise günstigen Strompreis von 9,8 Cent pro Kilowattstunde. Garhammer betonte, dass bei Ausschreibungen und Vertragsabschlüssen stets darauf geachtet werde, möglichst günstige Konditionen zu erzielen. Seit 2020 investierte der Verband rund drei Millionen Euro in Leitungsbau, Brunnenregenerierungen, Pumpentechnik, ein neues Fahrzeug und die Modernisierung der Anlagen. Besonders ins Gewicht fielen die Maßnahmen in der Tyrnauerstraße mit knapp 400.000 Euro sowie in der Badstraße mit mehr als 380.000 Euro.
Auch künftig werde kräftig investiert werden müssen. Diese umfangreichen Investitionen sowie die Einführung des Wassercents in Bayern machten eine Neukalkulation der Wassergebühren erforderlich, erläuterte Garhammer. Diese solle im Herbst erfolgen und ab Januar 2027 gelten. Derzeit liege der Wasserpreis bei 2,25 Euro netto pro Kubikmeter und damit im Mittelfeld vergleichbarer Versorger. Gleichzeitig appellierte der Vorsitzende an die Bevölkerung, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Der Grundwasserspiegel sei in den vergangenen Jahren bereits um rund einen Meter gesunken. Obwohl für den Verband eine jährliche Entnahme von bis zu 400.000 Kubikmetern genehmigt sei, müsse die Ressource verantwortungsvoll genutzt werden.
Für Krisenfälle setzt der Verband auf einen Notfallplan, drei Notstromaggregate und einen Notverbund mit Waldwasser. Rund 20.000 Kubikmeter Wasser gehen jährlich durch Rohrbrüche und andere Schäden im Leitungsnetz verloren, berichtete der verantwortliche technische Leiter Gerhard Maderer. Dank sprach Garhammer seinen Vorstandskollegen, den Verbandsräten, den beiden Wasserwarten sowie Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Simmerl aus. Bürgermeister Hasenöhrl schloss sich diesem Dank an und würdigte insbesondere das Engagement des Vorsitzenden, der gemeinsam mit seinem Team die Wasserversorgung der Gemeinde auf hohem Niveau sichere.
Verlegung der Wasserleitung von Steinberg nach Huttjurm
Die Pioniere von damals. Akkordarbeiter beim Bau der Wasserleitung
Steinberg - Hutthurm 1912/1913     (Foto: Gemeinde Hutthurm)
Initiator und treibende Kraft in der Wassergenossenschaft
Kgl. Kommerzienrat Johann Kerber (1858 – 1915),
die treibende Kraft in der Wassergenossenschaft Büchlberg  (Foto: Festschrift)
Auf ein klassisches Grußwort verzichtete Bürgermeister Josef Hasenöhrl. Stattdessen nahm er die Zuhörer mit auf eine ebenso unterhaltsame wie informative Reise durch die Geschichte des Wasserbeschaffungsverbandes. Er erinnerte daran, dass der Wasserbeschaffungsverband auf 114 Jahre Geschichte zurückblickt und zu den wenigen Verbänden dieser Art im Landkreis zählt. Die Gründung sei eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung gewesen. Dabei verwies er auch auf eine persönliche Verbindung zur Geschichte des Verbandes: Zu den Gründern gehörte Josef Hasenöhrl III., damals Bürgermeister der Gemeinde Leoprechting und einer seiner Vorfahren. „Ich bin heute Josef Hasenöhrl VI.“, bemerkte der Rathauschef mit einem Schmunzeln.
Anhand zahlreicher Geschichten aus den Anfangsjahren zeichnete er das Bild einer Zeit, in der längst nicht alles geordnet ablief. Er erzählte vom „Praßreuter Revoluzzer“, von manch chaotischen Verhältnissen, dem „zugedrehten Wasserhahn“ und einer „großen Schlamperei“, wie sie in den historischen Aufzeichnungen beschrieben wurde. Rückblickend sei der Weg zur heutigen Wasserversorgung oft ein holpriger gewesen. Gerade deshalb sei bemerkenswert, dass aus diesen schwierigen Anfängen eine bis heute erfolgreiche Versorgungseinrichtung entstanden ist. Der Grundstein dafür wurde 1912 im damaligen Eibl'schen Gasthaus, dem heutigen Gasthof Escherich, gelegt. Dort ergriffen engagierte Bürger unter Führung von Kommerzialrat Johann Kerber die Initiative zur Gründung einer Wassergenossenschaft und schrieben damit das erste Kapitel einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte. Dass die Geschichte des Verbandes keineswegs geradlinig verlief, zeigt auch ein Blick in die Festschrift zum 90-jährigen Gründungsjubiläum. Anfang der 1960er Jahre wurden in mehreren Quellen Kolibakterien festgestellt. Die Quellen mussten geschlossen werden, die Wassergenossenschaft stand vor ihrer vielleicht größten Krise und sogar ihre Auflösung wurde diskutiert. Die Rettung kam schließlich aus Gummering. Dort vermuteten Geologen ein außergewöhnlich großes Grundwasservorkommen, von dem damals sogar als „unterirdischer See“ die Rede war. Probebohrungen bestätigten die Hoffnung. Mit einer Ergiebigkeit von 16 Litern pro Sekunde lieferten die neuen Tiefbrunnen genügend Wasser, um die Versorgung langfristig zu sichern. „Büchlberg ist quasi auf einem See gebaut“, fasste Hasenöhrl die besondere geologische Situation der Gemeinde zusammen. Die gewaltigen Grundwasservorkommen unter der Gemeinde seien letztlich der Grund dafür, dass sich aus der einst krisengeschüttelten Genossenschaft eine erfolgreiche Versorgungseinrichtung entwickeln konnte. Eigene Grundstücke im Bereich der Wassergewinnung würden zudem langfristige Planungssicherheit gewährleisten.
Der Rückblick machte deutlich, welche Tragweite die Entscheidung der Gründer im Jahr 1912 bis heute besitzt. Aus einer kleinen Genossenschaft entwickelte sich in mehr als einem Jahrhundert eine moderne Versorgungseinrichtung für 5000 Menschen. Die Herausforderungen haben sich verändert, die Aufgabe bleibt dieselbe: jederzeit ausreichend hochwertiges Trinkwasser bereitzustellen.
Ehrung für Arbeit im Verbandsrat
v.l.n.r. Matthias Veit, Christian Reitberger, Roman Holzinger (1. Bgm. Salzweg), Rainer Grünberger (2. Bgm. Büchlberg),  Josef Hasenöhrl (1. Bgm. Büchlberg), 1. Vorstand Josef Garhammer, 3. Vorstand Robert Kasper, Claudia Simmerl (Geschäftstelle), Max Hasenöhrl, Günther Poxleitner, Florian Ruhmannseder, Josef Kasberger, Thomas Kasberger (Wasserwart), Gerhard Maderer (Technischer Leiter), Wolfgang Freund, Volker Käser, Stefan Maier  (Foto: Helga Wiedenbein)
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